Fallbeispiele aus der Praxis

Miriam P. (Name geändert) klagt bei ihrem ersten Termin in der Praxis über eine chronische Blasenentzündung, unter der die 23-Jährige seit der Trennung von ihrem Freund leidet. Diese bekommt sie alle zwei bis drei Monate; durch die ständige Antibiotika-Einnahme fühle sie sich geschwächt und labil. Auf Nachfrage erzählt Miriam, dass ihr außerdem seit Monaten starke Schlafstörungen zu schaffen machen und sie immer wieder Stimmungsschwankungen habe. So hadere sie immer noch mit dem Ende der Beziehung und zweifle an sich selbst.

 

In der knapp zweistündigen Anamnese werden weitere Symptome von Kopf bis Fuß erfasst, eine Auflistung familiärer Vorbelastungen und der bislang eingenommenen Medikamente vervollständigen die Patientenakte. Um das für die richtige homöopathische Arzneimittel zu finden, das eine Verbesserung auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene bewirkt, werden außerdem weitere persönliche Angaben wie etwa häufig auftretende Träume, persönliche Essensvorlieben, Wetterfühligkeit usw. erfasst. Miriam erhält ein Arzneimittel, das auf ihren derzeitigen Zustand und ihre Konstitution passt und die Selbstheilungskräfte anregen soll.

 

Nach sieben Wochen erscheint sie zur Folgeanamnese und berichtet von ihren Erfahrungen. Schon zwei Tage nach Einnahme der Globuli habe sie sich zunehmend entspannter gefühlt, so dass ihr das Einschlafen leichter gefallen sei. Seitdem fühle sie sich morgens viel erholter und habe wieder mehr Energie. Nach einer Woche habe sie das Gefühl gehabt, eine Blasenentzündung zu bekommen, da ihre Harnblase beim Wasserlassen brannte. Im Gegensatz zu sonst habe sie die Beschwerden jedoch mit Goldrute-Tee in den Griff bekommen.

 

Zwei Wochen später habe sie zwei Nächte lang vermehrt geschwitzt, seitdem fühle sie sich jedoch vom Gemüt her „ausgeglichener und wie von innen her gereinigt“. An ihre gescheiterte Beziehung, von der sie in den ersten Nächten nach Einnahme des Mittels noch intensiv geträumt habe, könne sie inzwischen gelassen zurückblicken. Auch sei ihr Selbstbewusstsein stärker geworden, so dass sie sich auch wieder eine neue Beziehung vorstellen könne.

 

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Kai G. (Name geändert) erscheint mit einer chronischen Nasennebenhöhlen-Entzündung in der Praxis. Vor fünf Jahren wurde er in seiner Firma befördert und leitet jetzt eine ganze Abteilung. Die Arbeit macht dem 48-Jährigen Spaß, doch es fällt ihm schwer, zwischendurch abzuschalten und an etwas anderes zu denken. Aufgrund des immer größeren Leistungsdrucks fühlt er sich zunehmend angespannt. Auch nachts beschäftigen ihn viele Vorgänge in der Firma, worunter sein Schlaf leidet. Zudem machen ihm Verspannungen im Brustwirbelbereich zu schaffen.

 

Bei der Erstanamnese wirkt Kai G. unruhig, zwischendurch blickt er immer wieder auf die Uhr. Er gesteht, dass sich das Verhältnis zu Freunden und zu seinem Bruder, mit dem und mit dessen Familie er früher oft zusammen etwas unternommen hat, in den vergangenen Jahren abgekühlt hat. „Ich hab einfach keine Zeit und Energie mehr, neben meiner Arbeit noch große Unternehmungen zu machen.“

 

Zwei Tage nach dem Erstgespräch in der Praxis erhält Kai G. sein Konstitutionsmittel, das er sofort einnimmt. Nach zweieinhalb Wochen meldet er sich telefonisch: Er wache zwar immer noch früh auf, sein Schlaf sei jedoch erholsamer geworden. Was ihm im Moment zu schaffen mache, sei eine Erkältung, weshalb er im Moment auch nicht arbeiten würde. Auf Nachfrage beschreibt er seine Symptome: Die anfängliche Temperaturerhöhung und der starke Druck auf den Nasennebenhöhlen sei jetzt weg, dafür habe er einen heftigen Schnupfen bekommen. Die Absonderung sei anfangs sehr zäh gewesen, werde jetzt jedoch zunehmend wässriger. An die Arbeit denke er im Moment nicht viel, „die müssen auch mal auf mich verzichten können“. Um seine Symptome zu erleichtern, nimmt er, in Absprache, Sinupret und macht öfter Kamillendampfbäder.

 

Nach acht Wochen erscheint er zur Zweitanamnese in der Praxis. Er wirkt viel entspannter, als beim ersten Besuch und berichtet, dass er sich inzwischen wieder mehr Zeit für andere Dinge, neben der Arbeit, nehme. Der Kontakt zu seinem Bruder sei wieder intensiver geworden, auch gehe er am Wochenende gerne lange spazieren.

 

Der Druck auf den Nasennebenhöhlen sei inzwischen komplett weg, dafür habe er nach der Erkältung noch zweimal „einen starken Fließschnupfen“ gehabt. Doch nicht nur körperlich, auch psychisch habe der Druck nachgelassen. „Ich setze mich jetzt nicht mehr so stark unter Leistungszwang.“ Die Verspannungen im oberen Rücken seien nach unten gewandert, ab und zu verspüre er derzeit im Lendenwirbelbereich noch ein leichtes Ziehen.

 

Heilungsverlauf:

-> von trocken nach feucht

-> von innen nach außen

-> von oben nach unten

 

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